Anfänge des Bausparwesens

Bereits 1921 mit der Gründung des Vereins Gemeinschaft der Freunde durch Georg Kropp und seinen Freundeskreis machte, in Anlehnung an die damals schon lange eingeführten Baugenossenschaften, das Bausparwesen in Deutschland seine ersten Schritte. Die Inflation 1922/23 machte dieser Einrichtung jedoch unerwartet einen Strich durch die Rechnung. 1924 startete Kropp mit seiner Clique einen neuen Versuch, indem er innerhalb des noch fortbestehenden Vereins Gemeinschaft der Freunde eine Bausparkasse mit Sitz in seinem Wohnort Wüstenrot ins Leben rief.

Etwa gleichzeitig erschien unter der Herausgeberschaft Georg Kropps die Bausparkassen-Zeitschrift „Mein Eigenheim“, die es bis heute für Wüstenrot-Kunden gibt. Um die Herausgabe des ersten Heftes überhaupt realisieren zu können, musste Kropp beim Buchdrucker vorab anschreiben lassen.

Die Idee des Bausparens fand rasch großen Anklang. Zahlreiche Bausparverträge wurden abgeschlossen, so dass etwa ein halbes Jahr später bereits das erste Baugeld zugeteilt werden konnte: 10.000 Mark für das erste Bausparerheim. Dieses steht bis heute in Heidenheim an der Brenz.

Der Siegeszug der GdF war nicht mehr aufzuhalten. Auch die Zahl der Belegschaft stieg rasant von sechs zum Jahresende 1924 auf über 200 im Jahr 1928. Das kleine Wohnhaus der Kropps war dafür natürlich längst nicht mehr ausreichend. Weitere Flächen wurden angemietet und ein Villenareal angekauft, in das zwei Bürogebäude hineingebaut wurden. Nachdem das Unternehmen weiterhin expandierte und auch der neue Firmensitz um die „Villa Daheim“ bald nicht mehr ausreichte, beschloss 1928 die Mehrheit des Aufsichtsrats den Teilumzug der Bausparkasse nach Ludwigsburg. Dort hatte die Stadtverwaltung eigens für die GdF ein modern gestaltetes Verwaltungsgebäude errichten lassen, welches 1930 bezogen werden konnte. Da Kropp die Bausparkasse untrennbar mit dem Dorf Wüstenrot verbunden sah, trat er nach reiflicher Überlegung von allen Ämtern bei der Gemeinschaft der Freunde zurück.

Anfänge des Bausparens