Die originale Schreibmaschine von Georg Kropp

Eine Bauspar-Reliquie mit Echtheits-Zertifikat

Wegen des Wegzugs der GdF 1930 nach Ludwigsburg kam es bekanntlich zum Zerwürfnis Georg Kropps mit der Bausparkasse. Kropp blieb in seinem Eigenheim in Wüstenrot zurück und schmollte über die dem Gründungsort, nicht seinem Namen, untreu gewordene Geschäftsführung. Da man nicht ganz friedlich auseinander ging, eher überhastet, konnte es nicht ausbleiben, dass bei den Kropps noch Gegenstände verblieben, welche unstreitig Firmenbesitz darstellten. So verhielt es sich auch mit einer Continental Schreibmaschine, auf der Georg Kropp seine Korrespondenz abwickelte. Nun stellte aber zu der Zeit eine Schreibmaschine einen beträchtlichen Wert dar, und so war es seitens der GdF Wüstenrot durchaus angebracht, dass man das teure Stück anmahnte. Der Entwurf dieses Mahnschreibens der Revisionsabteilung vom 8. Oktober 1930 fand sich 1995 noch in den Unterlagen der Bausparkasse: „Sehr geehrter Herr Kropp! Sie erhielten seinerzeit eine Continental-Schreibmaschine (Nr. 373 845) zu Ihrer Benützung. Wir bitten Sie, uns diese Maschine wieder zurückzustellen. Mit vorzüglicher Hochachtung…“ Kropp reagierte anscheinend nicht darauf, und so kam es, dass dieses alte feinmechanische Stück aus den 20er Jahren in Wüstenrot im Direktionsgebäude des alten GdF-Areals alle Modernisierungsstürme überdauerte. Später übernahm die Methodistenkirche das ehemalige Firmenareal der GdF und richtete darin das Georg-Kropp-Altenzentrum ein. Dabei entdeckte die Frau des Heimleiters das antike Stück und möbelte es wieder auf. Eine angemessene finanzielle Zuwendung an das Sozialwerk der Evangelischen Methodistenkirche hat es dann ermöglicht, dass diese Kropp-Reliquie als herausragendes Ausstellungsexponat in das Bauspar-Museum gelangen konnte.