Dr. Hermann Schuon (1886-1966)

Herrmann SchuonGeb. 26.3. 1886 in (Schwäbisch) Hall,

Studium der Volkswirtschaft in Jena 1908-12. 1913 Beigeordneter Bürgermeister in Metz (Lothringen). Mit dem Ende des I. Weltkriegs „arbeitssuchender Beamter“. Vom württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz 1926 als Geschäftsführer der Bausparkasse GdF anempfohlen, um u.a. um das bis dahin unausgearbeitete Zuteilungsverfahren in korrekte Bahnen zu leiten. Schuon holte sich einen Versicherungsmathematiker, der das bis heute in allen Kassen Bestand habende Zeit-x-Geld-System hierfür entwickelte. Daraufhin gelang auch politisch der Durchbruch des Bausparwesens im Deutschen Reich. Dr. Schuon betrieb 1928-30 maßgeblich die Sitzverlegung der Bausparkasse GdF vom Dorf Wüstenrot nach Ludwigsburg. 1932 auf dem Bausparkassen-Weltkongress in Philadelphia / USA von den dortigen Delegierten nach der Zukunft der nationalsozialistischen Bewegung befragt, antwortete Schuon sinngemäß: „Der braune Spuk wird bald zu Ende sein.“ Diese Aussage kostete ihm nach der Machtergreifung des NS-Regimes 1933 seine Stellung bei der Wüstenrot Bausparkasse. Bis zum Kriegsende als Anwalt in Stuttgart tätig. Nach dem II. Weltkrieg von den Amerikanern als Geschäftsführer der Bausparkasse Wüstenrot in Ludwigsburg wieder eingesetzt, wo er als „Mittlerfigur“ zwischen der Politik und den deutschen Bausparkassen viel für die Verankerung dieser Spezialinstitute im Nachkriegsdeutschland leistete. Seit 1954 Generaldirektor der GdF. Am 29. August 1954 besuchte der GdF-Bausparer und erste Bundespräsident Dr. Theodor Heuss die Ludwigsburger Bausparkasse. 1960 schied Schuon altershalber (74-jährig !) als GdF-Generaldirektor aus dem Unternehmen aus. Gleichzeitig Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern!

Gest. am 29. 12. 1966 in Ludwigsburg. Auf dem dortigen Stadtfriedhof beigesetzt.