Modellhaus zum Ausstellen

Eine begehrtes Wüstenrot Werbeobjekt

Nach dem Krieg hatte die GdF Wüstenrot eine tolle Werbeidee: das zusammenlegbare dreidimensionale Modellhäuschen. In gesetzlich geschützter Aufmachung passte es in eine genormte Holzkiste und konnte in zwei bis drei Minuten für eine Haus-Modellschau vom Wüstenrot-Vertreter in einer geeigneten Lokalität (Gaststätte, Gemeindesaal, usw.) aufgestellt werden. Damals als die Mobilität der Bausparinteressenten noch sehr gering war und diese kaum vor, geschweige denn in die Beratungsstelle kamen, fuhr der Außendienst – oftmals ganz bescheiden nur mit einem Kleinwagen oder gar einem Moped mit Anhänger – übers Land zu seiner Kundschaft. Da die Häuschen im zusammengelegten Zustand nicht viel Platz beanspruchten und mehrere Haustypen in eine Kiste passten, waren sie ein ideales Werbemittel jener Zeit. Später als die Bauspar-Vertreter nicht mehr mit der an einen Bauchladen erinnernden Info-Kiste übers Land tingelten, sondern ihre festen Beratungsstellen hatten, waren die in den Schaufenstern ausgestellten Modellhäuschen aus Plastik und fest zusammengeklebt. Weil die neueren „festen“ Kunststoff-Modelle genauere Baudetails zuließen, als die zusammenklappbaren Häuschen aus Sperrholz, und der Baugeschmack sich nach 20 Jahren verändert hatte, ist dieses anschauliche Bauspar-Werbematerial (auf welches Wüstenrot ein Patent hatte!) erst Außendienstkindern als Spielzeug verabreicht worden, bevor es dann im Müll landete. Um 1990 konnten trotz großen Aufrufs der GdF-Verwaltung bei ihren Außendiensten nur noch vier (!) Exemplare beschafft werden. Zwei wanderten in die ständige Ausstellung des „Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ nach Bonn ab, die zwei anderen waren eigentlich für das Stuttgarter „Haus der Geschichte Baden-Württembergs“ reserviert, das aber erst nach der Eröffnung des Wüstenroter Bauspar-Museums 1996 realisiert wurde. So gelangten die beiden Nachkriegs-Haus-Modelle der GdF nach Wüstenrot und wurden dort zu Besucherlieblingen des Georg-Kropp-Hauses. Das dann doch noch 2001 eröffnete Stuttgarter Museum konnte mit einem anderen Exponat aus dem großen Fundus des Bauspar-Museums versorgt werden.