Prominenten-Kreditakte

oder: ein Platz für Grzimek

Dass auch unter den Prominenten sehr viele Bausparer sind, dürfte die wenigsten überraschen. Doch ist es legitim, in einem Bauspar-Museum mit einzelnen herausragenden Persönlichkeiten aufzutrumpfen und dabei eventuell sogar Persönlichkeitsrechte zu verletzen? Sicherlich ist das in einer Branche, wo Diskretion gar groß geschrieben wird, kein leichtes Unterfangen. Und wenn prominent, auf welche Art? Die eine Persönlichkeit mag bei unbestrittenem Bekanntheitsgrad bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hohes Ansehen genießen, bei anderen umso weniger. Wenn daher überhaupt eine allgemein bekannte Person als Bausparer dargestellt werden sollte, dann nur unter zwei Bedingungen: a) der Bausparer bzw. die Angehörigen oder Nachkommen haben keine Einwände; b) der präsentierte Bausparer erfreut(e) sich allseits großer Beliebtheit. Die Kreditakte einer solchen Person ausfindig zu machen gleicht der berühmten Suche einer Nadel im Heuhaufen. Immerhin gab es Mitte der Neunziger Jahre bei der Bausparkasse GdF Wüstenrot noch einen älteren Bestand an so genannten Prominentenakten, welche nicht vernichtet waren. Diese heben sich durch die purpurrote Farbe ihrer Aktendeckel optisch unter den übrigen, andersfarbigen Kreditakten ab. In einer Anzahl von noch genau 248 purpurroten Akten (prominent!) von einem heute großteils längst in Vergessenheit geratenen Personenkreis fand sich auch die Kreditakte Nr. 1331862, ausgestellt auf Herrn und Frau Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek. Der durch seine beliebte Fernsehsendung „Ein Platz für Tiere“ bekannte Frankfurter Zoodirektor war Inhaber mehrerer GdF Bausparverträge, mit denen er sich zwei Eigentumswohnungen der Hausbau Wüstenrot finanzierte.